Seit 1996 retten wir Hunde aus westungarischen Tötungsstationen. Dabei wurde es immer schwieriger und teurer, die Hunde unterzubringen. Oft war es nötig, auf bezahlte Pflegeplätze und Tierpensionen auszuweichen, um den Hunden das Leben retten zu können. Nur so konnten wir im Lauf der Jahre rund 20.000 Hunde aus den Tötungen befreien und grösstenteils auf gute Plätze vermitteln. Leider explodierten auch die Kosten, und jede Rettungsaktion wurde zur finanziellen Gratwanderung. Die Anschaffung eines eigenen Areals und die Errichtung eines Tierheimes wurden unausweichlich nötig, um die Hunde, deren Unterbringung immer schwieriger wurde, weiterhin retten zu können. Wir fanden ein günstiges Grundstück mit einem alten Lagerhaus (25 km von der Stadt Papa entfernt, besonders nahe der Stadt Celldömölk), das wir in vielen kleinen Arbeitsschritten nach und nach bewohnbar machten und zu einem Tierheim ausbauten. Auch konnten wir aus Geldmangel von den 5 Hektar, die unser Areal beinhaltet, nur etwa einen Hektar mit  Hundeunterkünften und Ausläufen bebauen.

Hundeunterkünfte im Gaby Jacoby Tierheim, von Gaby Jacoby gesponsert

 

Unser Gaby Jacoby-Tierheim in Ungarn wurde, obwohl es eine einzige grosse Baustelle ist, seit es ab 2009 auf Dauer Hunde beherbergen konnte, zum Rettungsanker für die Wegwerfhunde in den Tötungsstationen und auf den Strassen. Freilich sind die laufenden Kosten enorm, denn alle müssen geimpft und gechipt werden, entwurmt und entfloht, kastriert, und bei vielen sind Wunden zu versorgen, chronische Krankheiten zu behandeln, Brüche zu operieren. Zugleich müssen wir laufend die Pensionskosten für rund 20 alte, gebrechliche oder auch schwierige Hunde aufbringen, die keine Chance auf Vermittlung haben und daher schon seit Jahren in Tierpensionen und auf bezahlten Pflegeplätzen ihre einzige Überlebensmöglichkeit finden.

 

Gaby Jacoby verteilt Leckerlis im Tierheim

Benannt haben wir unser Tierheim nach der prominenten österreichischen Schauspielerin und Tierschützerin Gaby Jacoby, die unsere Tierschutzarbeit seit 10 Jahren entscheidend unterstützt und mitgetragen hat. Sie hatte nicht nur grosse Verhandlungserfolge mit Betreibern der Tötungsstationen, in deren Folge die Bedingungen dort teilweise wesentlich verbessert wurden, sie nahm sich auch ganz entscheidend unseres Tierheimprojekts an, machte die Öffentlichkeit darauf aufmerksam und trieb es voran.
Während der Ausbauphase liess sie immer wieder Ausläufe und schliesslich eine ganze Reihe schöner und sehr geräumiger Hundeunterkünfte errichten, für die Finanzierung hatte sie den Schmuck ihrer berühmten Mutter Marika Rökk verkauft… Auch viele unserer geretteten Schützlinge, für die plötzlich hohe Tierarztkosten anfielen, verdanken ihr spontane tierärztliche Versorgung, wenn unsere Mittel nicht ausreichten.

 So wurde aus einem alten Lagerhaus ein Tierheim..

Wir hatten unser Grundstück in Ungarn nahe Papa im Jahr 1999 gekauft, da wir nach mehrjähriger Suche nach einem geeigneten Tierheimareal und nach rund 50 Grundstücksbesichtigungen dieses nicht nur für gut geeignet hielten – wegen seiner Alleinlage und kilometerweiten Entfernung von anderen Wohngebieten – , sondern auch weil uns der damalige Bürgermeister der zuständigen Dorfgemeinde Szergeny gerne die Bewilligung für die Betreibung eines Tierheimes erteilte.

Unterstützer Csaba Molnár

Es war der grossen Unterstützung von Csaba Molnár, eines einflussreichen Bürgers von Szergeny, zu verdanken, dass wir nach und nach alle nötigen Bewilligungen für den Tierheim-Bau erhielten. Csaba half, wo er nur konnte und ermutigte uns in allen Notlagen, weiterzumachen.

Damals hatte uns die Stumme Brüder Stiftung  den Grundstückskauf, den Strom- und Wasseranschluss, die Senkgrube und die Schaffung von Innenräumen ermöglicht. 
Den Tierheimbau selbst hatten wir 6 Jahre lang nur in kleinen Schritten vorantreiben können, wie es unsere finanzielle Situation gerade erlaubte, bis wir endlich im Jahr 2005 einen Teil des Grundstücks – freilich nur notdürftig – umzäunt hatten und das Erdgeschoss des zweistöckigen alten Lagerhauses bewohnbar gemacht hatten. Es war ein jahrelanger und mühevoller Weg durch den Bewilligungsdschungel, bis wir unser Tierheim zunächst einmal provisorisch in Betrieb nehmen konnten. Es beherbergte dann zwar über ein Jahr lang schon viele Hunde und Katzen aus Tötungsstationen, wurde aber durch einen ungeklärt gebliebenen Raubüberfall 2006 unbewohnbar gemacht und völlig devastiert.

Josef vor zerstörtem Tierheim

2006, nach der völligen Plünderung unseres Tierheims und der totalen Zerstörung der Innenausstattung samt Wänden standen wir wieder ohne Unterkunft für unsere Hunde da und hatten auch kein Geld, um alles wieder auf- und auszubauen. Denn die kostspieligen Rettungsaktionen der Todeskandidaten aus den westungarischen Abdeckereien mussten ja weitergehen. Wenn wir in die flehenden Augen dieser armen Wesen sahen, die wir in den Tötungsstationen zurücklassen mussten, weil wir keine Unterkünfte für sie hatten, versprachen wir ihnen immer, sie nächste Woche mitzunehmen. Und dieses Versprechen hielten wir auch. Wir holten immer alle Hunde heraus, egal ob gross oder klein, jung oder alt, schön oder hässlich, gesund oder krank. Wir hätten es niemals übers Herz gebracht, einen dieser Hunde nicht zu retten. Nur ganz wenige wirklich hoffnungslose Fälle mussten wir in Kliniken nach vorhergehender Narkose einschläfern lassen und konnten ihnen so wenigstens einen schmerzfreien Tod schenken und ihnen die grauenhafte und qualvolle Hinrichtung durch die Giftspritze mit T61 ohne vorhergehende Betäubung ersparen, die in Abdeckereien üblich ist, oder den schrecklichen Tod durch das ebenfalls sehr verbreitete Erschlagen oder Erdrosseln.

Wir hätten es niemals übers Herz gebracht, einen dieser Hunde nicht zu retten.

 

So retteten wir jede Woche etwa 30 Hunde aus den Tötungsstationen in Sopron, Mosonmagyarovar, Celldömölk, Szombathely und Papa. Die Kosten für die nötigen Impfungen, die die Hunde haben mussten, EU-Pässe und Chips, die Fahrtkosten für weite Transporte beliefen sich auf rund 2000 EUR pro Rettungsaktion, also pro Woche. Dazu kamen hohe Tierarztkosten für die Notversorgung vieler kranker und verletzter Hunde, die in Tötungsstationen entsorgt wurden, weil ihre Besitzer nicht bereit waren, Tierarztkosten zu tragen, so dass wir laufend Ohren- und Augententzündungen, Durchfallerkankungen, Hautausschläge, oft schwere Zeckenbisserkrankungen, aber auch Tumorentfernungen, Knochenbrüche, Bissverletzungen und schwere Verletzungen aller Art und die damit verbundenen Operationen bezahlen mussten. Grosse Rüden, Schäfer und Schäfermischlinge, alte Hunde, und vor allem die in Ungarn leider so häufig unsozialisierten, nicht leinenführigen und völlig unerzogenen Hunde finden nur sehr schwer in Tierheimen oder auf Privatplätzen Aufnahme, so dass wir viele, um auch ihr Leben zu retten, in Tierpensionen unterbringen mussten – was unsere laufenden Kosten enorm hinaufschnellen liess. Und da wir – ein kleines ehrenamtlich arbeitendes Team – viel zu wenig Spenden bekamen, null Förderungen von der öffentlichen Hand, arbeiteten wir in unseren Privatberufen soviel als nur möglich, um selbst das Geld für die hohen Tierrettungskosten zu verdienen. Zum Teil mussten wir auch privat Kredite aufnehmen, um das Überleben der Todeskandidaten aus Ungarn zu sichern. 
Immer schwerer wurde es in Österreich, gute Plätze für Hunde zu finden, da auch dort die Tierheime überfüllt waren.


Die Zerstörung unseres Tierheims zwang uns aber zu einer Umorientierung, um die Hunde retten zu können. Da halfen uns befreundete Tierschützer der Organisation „Tierhilfe Hoffnung“ aus Dettenhausen bei Tübingen, mit regelmässigen lebensrettenden Transporten der von uns jede Woche aus den Tötungsstationen befreiten Hunde in Tierheime nach Deutschland, die zunächst noch mehr Aufnahmekapazitäten für Auslandshunde hatten. Ab Herbst 2006 wurde somit der Grossteil der von uns geretteten Hunde von deutschen Tierheimen aufgenommen und nach und nach auf gute Plätze vermittelt. Doch auch dort wurden und werden die freien Plätze immer rarer. Hunde aus den Tötungslagern von Rumänien, Bulgarien, Polen, Tschechien, Serbien, Kroatien, aber auch aus Spanien (auch in diesem langjährigen EU-Mitgliedsland gibt es immer noch Tötungsstationen), Griechenland, Italien, der Türkei werden laufend von Tierschutzorganisationen nach Deutschland transportiert, in der Hoffnung, ihnen dort zu einem besseren, tierwürdigen Leben zu verhelfen. Zahllosen Hunden wurde damit auch entscheidend geholfen. Aber nun wird es auch im aufnahmebereiten Deutschland immer schwerer, gerettete Hunde unterzubringen,vor allem weil der sogenannte Auslandstierschutz von den Behörden mit immer neuen bürokratischen Schikanen behindert und darüber hinaus sogar kriminalisiert wird und Lebensrettung aus Tötungsstationen, für die wir Tierschützer unser ganzes privates Geld opfern, ohne auch nur einen Cent zurückzubekommen, mit „Hundehandel“ gleichgesetzt wird.
 Deutsche Tierheime, die vor dem Tod gerettete Auslandshunde aufnehmen, werden von Amtstierärzten verfolgt, gemassregelt und sogar geschlossen. Soviel zum Europa ohne Grenzen, in dem Haustiere, selbst wenn kastriert, entfloht, entwurmt und mit allen Impfungen, Chip und EU-Pass versehen, die Grenzen von einem EU-Land zum anderen nicht passieren dürfen, weil Tierschutz für die EU-Behörden ein Fremdwort ist und Tierschützer allerorts behindert werden.

Wiederaufbau & Neubeginn
Unser lieber Thysson

2009 gelang es uns endlich dank einem deutschen Sponsor, unser verwüstetes und ausgeraubtes Tierheim wieder zu renovieren und nach und nach zu einem einigermassen lebenswerten Platz für aus den Tötungsstationen gerettete Tiere zu gestalten. Wir danken einigen sehr grosszügigen Sponsoren, die das ermöglicht haben, und den vielen grossen und kleinen Spendern, auf das allerherzlichste! Sie alle haben dazu beigetragen, dass unser Tierheim zu einem echten Heim für Tiere wurde, in dem sie gut versorgt werden und genug Platz für den täglichen Auslauf haben!

Schliesslich wurden auch wir älter und unsere Belastbarkeit geringer. Und wenn wir auch immer wieder junge Helfer fanden, so fanden wir doch noch keine Nachfolger, die bereit waren, gemeinsam mit unserer jüngeren Vorsitzenden Patricia Bruckner so wie wir ihr ganzes Leben in den Dienst unserer Tierschutzarbeit, unseres Tierheimes und unserer Tiere zu stellen.

Um unser gemeinsames Lebenswerk und seine Bewohner abzusichern, fanden wir in den ungarischen Tierschützern der Organisation Noe Allatotthon Alapitvany geeignete und engagierte Partner, die selbst in 20 Jahren mühevoller Arbeit das grösste ungarische Tierheim in Budapest errichtet hatten, die ungarische Arche Noah (www.noahtierheimungarn.de). Da diese Tierschützer sich aber sehr abmühen müssen, um die Kosten für ihr eigenes grosses Tierheim bestreiten zu können,mussten wir zusichern, die laufenden Kosten für unser Tierheim weiterhin zu finanzieren und damit den Fortbestand des Tierheimes und das Überleben der vielen geretteten Hunde zu sichern!

Unsere anfangs festgelegten Schwerpunkte und Ziele sind bis heute geblieben:

  • Tieren helfen, die von Menschen ausgebeutet, misshandelt, gequält, missbraucht, verwahrlost, als lästige, nutzlose Fresser ausgesetzt, vertrieben, erschlagen und/oder als Nutz- und Schlachttiere mit unvorstellbarer Brutalität und Gefühllosigkeit transportiert und hingerichtet werden.

 

  • Die Rettung herrenloser, ausgesetzter Hunde und Katzen in Ungarn, die nach 1-2 Wochen nach dem Einfangen in einer Tötungsanstalt rücksichtslos umgebracht werden, weil es dort zu wenige Tierheime und für diese keinerlei staatliche Unterstützung gibt.

 

  • Unterstützung des von uns errichteten Gaby Jacoby Tierheims nahe der Stadt Papa/Ungarn , so dass auch in Zukunft gesichert bleibt, dass in Not geratene Tiere in dieser Region und vor allem die Tiere in der Tötungsstation Papa dort Zuflucht finden.

 
 

 
 
Wir arbeiten alle ehrenamtlich und tragen vieles aus eigener Tasche bei. Für die Durchführung unserer Projekte sind wir natürlich auf Spenden angewiesen. Ohne die Unterstützung vieler Tierfreunde wäre es uns, trotz größtem Einsatz unmöglich, so vielen Tieren wirklich zu helfen. Alle Spenden werden direkt in das Wohl der Tiere investiert. Diese Angaben sind jederzeit überprüfbar.

Bitte spenden Sie jetzt –  und helfen Sie uns, dem Tierleid ein Ende zu bereiten!

ANIMAL LIFE Spendenkonto PSK,

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BIC: OPSKATWW!