ANIMAL LIFE - UNSER TIERHEIM IN UNGARN

Aus einem alten Lagerhaus wird ein Tierheim |

Der Anfang... |
Wir hatten unser Grundstück nahe Papa im Jahr 1999 gekauft, da wir nach mehrjähriger Suche nach einem geeigneten Tierheimareal und nach rund 50 Grundstücksbesichtigungen dieses nicht nur für gut geeignet hielten – wegen seiner Alleinlage und kilometerweiten Entfernung von anderen Wohngebieten - , sondern auch weil uns der Bürgermeister der zuständigen Dorfgemeinde Szergeny gerne die Bewilligung für die Betreibung eines Tierheimes erteilte. Damals hatte uns die Stumme Brüder Stiftung den Grundstückskauf, den Strom- und Wasseranschluss, die Senkgrube und die Schaffung von Innenräumen ermöglicht.
Den Tierheimbau selbst hatten wir 6 Jahre lang nur in kleinen Schritten vorantreiben können, wie es unsere finanzielle Situation gerade erlaubte, bis wir endlich im Jahr 2005 einen Teil des Grundstücks – freilich nur notdürftig – umzäunt hatten und das Erdgeschoss des zweistöckigen alten Lagerhauses bewohnbar gemacht hatten. Es war ein jahrelanger und mühevoller Weg durch den Bewilligungsdschungel, bis wir unser Tierheim zunächst einmal provisorisch in Betrieb nehmen konnten. Es beherbergte dann zwar über ein Jahr lang schon viele Hunde und Katzen aus Tötungsstationen, wurde aber durch einen bislang ungeklärten Raubüberfall 2006 unbewohnbar gemacht und völlig devastiert.
2006, nach der völligen Plünderung unseres Tierheims und der totalen Zerstörung der Innenausstattung samt Wänden standen wir wieder ohne Unterkunft für unsere Hunde da und hatten auch kein Geld, um alles wieder auf- und auszubauen. Denn die kostspieligen Rettungsaktionen der Todeskandidaten aus den westungarischen Abdeckereien mussten ja weitergehen. Wenn wir in die flehenden Augen dieser armen Wesen sahen, die wir in den Tötungsstationen zurücklassen mussten, weil wir keine Unterkünfte für sie hatten, versprachen wir ihnen immer, sie nächste Woche mitzunehmen. Und dieses Versprechen hielten wir auch. Wir holten immer alle Hunde heraus, egal ob gross oder klein, jung oder alt, schön oder hässlich, gesund oder krank. Wir hätten esniemals übers Herz gebracht, einen dieser Hunde nicht zu retten. Nur ganz wenige wirklich hoffnungslose Fälle mussten wir in Kliniken nach vorhergehender Narkose einschläfern lassen und konnten ihnen so wenigstens einen schmerzfreien Tod schenken und ihnen die grauenhafte und qualvolle Hinrichtung durch die Giftspritze mit T61 ohne vorhergehende Betäubung ersparen, die in Abdeckereien üblich ist, oder den schrec klichen Tod durch das ebenfalls sehr verbreitete Erschlagen oder Erdrosseln. So retteten wir jede Woche etwa 30-50 Hunde aus den Tötungsstationen in Sopron, Mosonmagyarovar, Celldömölk, Szombathely und Papa. Die Kosten für die nötigen Impfungen, die die Hunde haben müssen, EU-Pässe und Chips, die Fahrtkosten für weite Transporte belaufen sich auf rund 2000 EUR pro Rettungsaktion, also pro Woche. Dazu kommen hohe Tierarztkosten für die Notversorgung vieler kranker und verletzter Hunde, die in Tötungsstationen entsorgt werden, weil ihre Besitzer nicht bereit sind, Tierarztkosten zu tragen, so dass wir laufend Ohren- und Augententzündungen, Durchfallerkankungen, Hautausschläge, oft schwere Zeckenbisserkrankungen, aber auch Tumorentfernungen, Knochenbrüche, Bissverletzungen und schwere Verletzungen aller Art und die damit verbundenen Operationen bezahlen müssen. Grosse Rüden, Schäfer und Schäfermischlinge, alte Hunde, und vor allem die in Ungarn leider so häufig unsozialisierten, nicht leinenführigen und völlig unerzogenen Hunde finden nur sehr schwer in Tierheimen oder auf Privatplätzen Aufnahme, so dass wir viele, um auch ihr Leben zu retten, in Tierpensionen unterbringen mussten – was unsere laufenden Kosten monatlich auf insgesamt rund 15.000 EUR und mehr hinaufschnellen lässt. Und da wir – ein kleines ehrenamtlich arbeitendes Team – viel zu wenig Spenden bekommen, null Förderungen von der öffentlichen Hand, arbeiten wir in unseren Privatberufen soviel als nur möglich, um selbst das Geld für die hohen Tierrettungskosten zu verdienen. Zum Teil mussten wir auch privat Kredite aufnehmen, um das Überleben der Todeskandidaten aus Ungarn zu sichern.
Immer schwerer wurde es in Österreich, gute Plätze für Hunde zu finden, da auch dort die Tierheime überfüllt waren. Die Zerstörung unseres Tierheims zwang uns aber zu einer Umorientierung, um die Hunde retten zu können. Da halfen uns befreundete Tierschützer der Organisation „Tierhilfe Hoffnung“ aus Dettenhausen bei Tübingen, mit regelmässigen lebensrettenden Transporten der von uns jede Woche aus den Tötungsstationen befreiten Hunde in Tierheime nach Deutschland, die zunächst noch mehr Aufnahmekapazitäten für Auslandshunde hatten. Ab Herbst 2006 wurde somit der Grossteil der von uns geretteten Hunde von deutschen Tierheimen aufgenommen und nach und nach auf gute Plätze vermittelt. Doch auch dort wurden und werden die freien Plätze immer rarer. Hunde aus den Tötungslagern von Rumänien, Bulgarien, Polen, Tschechien, Serbien, aber auch aus Spanien (auch in diesem langjährigen EU-Mitgliedsland gibt es immer noch Tötungsstationen), Griechenland, Italien, der Türkei werden laufend von Tierschutzorganisationen nach Deutschland transportiert, in der Hoffnung, ihnen dort zu einem besseren, tierwürdigen Leben zu verhelfen. Zehntausenden Hunden wurde damit auch entscheidend geholfen. Aber nun wird es auch im aufnahmebereiten Deutschland immer schwerer, gerettete Hunde unterzubringen.

Sylvia Terres, Elmar Graewe und
Dolmetscher
Molnár Csaba bei der Baubesprechung |

Dank Sponsoring durch Fressnapf-Chef Elmar Graewe wurde 2009 auch der Dachboden ausgebaut |
Sanierung des Dachgeschosses |
Unsere Freude und Erleichterung war übergroß, als im Frühjahr 2009 die beiden deutschen Tierschützer Elmar Gräwe und Silvia Terres auf unsere Notlage aufmerksam wurden und nach Ungarn kamen, um unser Projekt und auch unser zerstörtes Tierheim anzuschauen. Selbst leben sie – Eigentümer von drei Fressnapf-Filialen in Deutschland –bescheiden, betreuen in ihrem Haus ein 18-köpfiges Rudel behinderter und alter Hunde aus Rumänien und Ungarn und investieren ihr selbst erwirtschaftetes Geld in die Rettung armer in Not geratener Tiere. Sie finanzierten im vergangenen Sommer den Wiederausbau und die Renovierung unseres Tierheimes, so dass wir bereits laufend wieder Notfälle aus den Tötungsstationen dort aufnehmen können.

Renovierung des Erdgeschoßes |

Erste Bewohner |

Elmar Graewe lässt es sich nicht nehmen und verteilt mitgebrachtes Futter |

Sylvia Terres lässt es sich nicht nehmen und betreut unsere Hunde |
Freilich, nun fehlen hohe, sichernde Gitter für Ausläufe und Umzäunungen, es fehlen Zwingeranlagen, die den Hund Schutz vor der Witterung, zugleich aber auch ausreichend Bewegungsmöglichkeit bieten. Aber der Anfang ist gemacht, das Gebäude selbst ist für Mensch und Tier wieder bewohnbar und wurde auch mit Schlafräumen für Tierpfleger, mit Küche und Bad ausgestattet, die allesamt schon von obdachlosen Vierbeinern besetzt sind.

Theresa Häussler half spontan und
betreute
unsere vielen Tiere
Bis wir auf Dauer Betreuer für unser Tierheim und seine Insassen gefunden haben, stellte Herr Graewe seine tüchtige junge Mitarbeiterin Theresa Häussler frei, die aus freien Stücken spontan nach Ungarn kam und ein halbes Jahr lang die Hunde liebevoll versorgte und pflegte. Nun muss Theresa wieder zurück in ihren Job und in ihr privates Umfeld.
Daher suchen wir dringend eine/n Tierfreund/In oder besser noch ein tierliebendes Paar, das unser Heim kostenfrei bewohnen möchte und für die Betreuung und Sicherheit unserer Tiere gegen Entgelt sorgen möchte. Diese Menschen sollten Idealisten sein und – so wie wir – den Wunsch haben, Tieren zu helfen. Sie sollten auch Erfahrung mit grösseren Hunden mitbringen und bereit sein, für das Wohlergehen der Tiere zu sorgen. Wer sich bei uns engagieren möchte, melde sich bitte bei uns, dem Tierschutzverein Animal Life in Wien,per email unter animal_life@chello.at, per Fax unter 00431 3190974 oder per Telefon unter 00431 3190973 (bitte auch auf Band sprechen, wir rufen gerne zurück).
Und natürlich sind wir auch für jede Spende sehr dankbar, müssen wir doch in Bälde einen Anbau machen, um dort eine Quarantänestation einzurichten, eine leider kostspielige Angelegenheit. Und viele andere Einrichtungen sind nötig, für die uns einfach das Geld fehlt.
Spendenkonto Animal Life Wien
PSK – Postsparkasse
Kontonummer: 92066100
BLZ: 60000
BIC: OPSKATWW
IBAN: AT626000000092066100
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