Sina, eine ganz besondere Hündin
Sabine Piribauer erzählt:
Eigentlich dachte ich nur an einen Pflegeplatz über die Weihnachtsferien, aber eine kleine, sehr kranke Hündin aus Györ hat sich einen Dauerplatz in meinem Herzen erobert.
Sina
Am 3.1.2007 bin ich nach Györ mitgefahren,um mir persönlich einen Pflegehund auszusuchen. Ich muss ehrlich sagen, was ich dort gesehen habe, lässt mich nie mehr los, dabei leisten die freiwilligen Helfer großartige Arbeit, nur es fehlt an allem, vor allem am Tierschutz in Ungarn.
Es ist fast unmenschlich, sich für ein Tier zu entscheiden, alle wollen mitgenommen werden. Aber mir wurde die Entscheidung abgenommen, denn eine sehr zarte, kleine Hündin hat sich mich ausgesucht, nicht umgekehrt. Sie war in einem Käfig mit einigen größeren Hunden, ganz eng an das Gitter gedrückt, mit Kot und Urin beschmiert und plötzlich begann sie ganz schrecklich zu jaulen, sie schrie beinahe. Somit war die Wahl getroffen und dieses winselnde Etwas wurde mitgenommen.
In Österreich stellte sich dann heraus, dass ihr Schwanz vom Rückrat abgerissen wurde, sie war überall offen bis zu den Knochen, konnte sich kaum fortbewegen und konnte und kann weder Kot noch Urin halten, da die verantwortlichen Nerven wahrscheinlich durchtrennt sind. Sämtliche Tierärzte, die ich mittlerweile kontaktiert habe, sehen wenig Heilungschancen und zunächst war ständig vom Einschläfern die Rede. Die ersten Tage waren wirklich sehr mühsam, ständig lag sie im eigenen Kot und Urin, musste pausenlos gereinigt werden, aber sie ließ alles geduldig und dankbar über sich ergehen.
Mittlerweile trägt Sina,so heißt die Kleine, Windeln, ist voll purer Lebensfreude, gelehrig, brav, versteht sich prächtig mit meiner Familie und mit meinem kleinen Privatzoo(2 Katzen, 5 vor dem Kochtopf geretteten Hasen, 2 Meerschweinchen,7 Vögel und natürlich Jolly, ein fast 16jähriger Spanielmix)und Einschläfern ist kein Thema mehr.
Jolly
Vielleicht können die Nerven wieder aktiviert werden, man muss abwarten, aber wenn nicht, wird Sina eben mit Windeln leben, sie ist über jeden Tag dankbar, den sie bei uns sein darf, das spürt man. Und um ganz ehrlich zu sein, ich hätte sie auch mitgenommen, wenn ich zu dem Zeitpunkt gewusst hätte,dass sie so schwer behindert ist.