Ananda

Donnerstag 13. Dezember

Wie so oft bin ich mit meinen 4 Hunden Bhakti, Hladini, Prem-ananda, Vrindi und Christine mit ihrem Hund Angie auf der Donauinsel spazieren.

Ein rücksichtloser Radfahrer donnert den Berg hinunter direkt auf uns zu -
dahinter sein keuchender Hund. Um eine wilde Hetzjagd zu vermeiden, rufen wir
unsere Hunde zu uns - auch Prem-ananda, mein blinder Rotti kommt angetrabt.

Unglücklicherweise befinden wir uns gerade vor einer ungesicherten Mauer, die direkt vor der Donau endet und von dem dortigen Lokal zum Boote anlegen benutzt wird. Prem-ananda kann nicht mehr rechtzeitig bremsen und - volles Rohr in die Donau - oh Schock! Erst brauchen Christine und ich einige Momente, um die Situation zu begreifen - Die Mauer ist hoch - ca. 2 m, das Wasser ist dort tief für die Boote - Prem-ananda ist blind und hat Herzprobleme, es ist Dezember...

Verzweifelt versucht er die Mauer wieder hinaus zu kommen, was natürlich unmöglich ist. Normalerweise lässt er sich durch Stimme lenken- Versuch gescheitert - er findet im Wasser die Orientierung nicht - und - oje - schwimmt in die falsche Richtung - hinaus - statt zum Ufer.

Rufen, Schreien - nutzt nichts, wir werfen Holz etc ins Wasser, damit er die richtige Richtung findet - nutzt auch nichts - er ist unter Schock. Feuerwehr rufen - aber bis die kommt - ist er doch längst ertrunken - es ist ja DEZEMBER! Wir versuchen ein Tretboot ins Wasser zu schieben - bewegt sich keinen Zentimeter.

Er gibt die Versuche auf - und schwimmt nur noch im Kreis. Langsam komme ich in Panik - er schafft es alleine nicht - und natürlich: kein Mensch weit und breit.

Dann geht ihm die Kraft aus - und er fängt an, Wasser zu schlucken - Sein Gesicht ist so hilflos, dass es mir das Herz bricht - ok - ich weiss zwar nicht, ob ich es schaffe, denn er ist ziemlich weit draussen und es ist Dezember und sau-kalt: Mantel aus, Stiefel aus, Leine geschnappt und ab ins Wasser. ich schaffe es zu ihm - hänge Leine ans Brustgeschirr ( zum Glück hat er das Brustgeschirr um und nicht nur Halsband) und beginne zurück zu schwimmen. Ich ziehe ihn hinter mir her - und halte gleichzeitig mit einer Hand seinen Kopf hoch, denn er geht immer wieder ein bisschen unter - mein Körper lässt sich kaum noch koordinieren, denn das Wasser ist eisig - ich rufe Christine zu, dass ich es so nicht schaffe, uns beide hinaus zu bringen - ich schaffe es nahe zur Mauer - sie wirft mir die Leine zu, wo ich mich festhalten kann - und zieht mich mit Prem-ananda entlang der Mauer ins seichte Wasser. Halb erfroren und schwer geschockt schaffen wir es hinaus.

Jetzt noch 10 min in triefend nassen Eiswasser Kleider nach Hause laufen oder besser torkeln, denn meine Beine zittern und meine Hände sind unbeweglich. Ok - wir haben es geschafft - und viele Schutzengeln: statt Lungenentzündung nur ein ordentlicher Schnupfen mit allem was dazu gehört und Prem-ananda nach einem Tag Schock - ist jetzt zwar noch anhänglicher - aber sonst wieder fit. Immer noch sehe ich das Bild vor mir - sein liebes, hilfloses Gesicht - wie er langsam anfängt, unter zu gehen

Jetzt bin ich noch dankbarer für meine wunderbaren Hunde - es kann alles so schnell vorbei sein - ich versuche jeden Moment mit meinen Lieben noch mehr zu schätzen. Danke an alle unsere Schutzengel!