Das Paradies ist hier bei meinen Tieren
Dass Elfriede Ott eine exzellente Schauspielerin ist, ist bekannt. Dass sie in einem "Stall" wohnt, weniger. Doch ein Leben ohne ihre Tiere Cindy, Lucky, Annie und Minki wäre für sie unvorstellbar.
Die Schauspielerin und ihre Lieben: Elfriede Ott und ihre Hunde Cindy, Lucky und Annie
Ob als Kammerschauspielerin, Professorin am Wiener Konservatorium, Sängerin, Regisseurin, TV-Star oder Autorin - Elfriede Ott hat ihr Leben dem Theater verschrieben. Das konnte auch der Wunsch des Vaters, dem zuliebe sie erst eine Uhrmacherlehre absolvierte, nicht verhindern. 1925 in Wien geboren, zog es sie bereits als Kind zur Bühne und die junge Elfriede nahm heimlich privaten Schauspielunterricht bei Burgschauspielerin Lotte Medelsky. Das Talent setzte sich durch: Anstatt den Familienbetrieb zu übernehmen, ergatterte sie bereits mit 18 Jahren eine Rolle am Wiener Burgtheater im Stück "Die goldene Harfe" von Gerhard Hauptmann. Fünf Jahre arbeitete sie am Burgtheater, danach folgten die "Wanderjahre", die sie über Graz, Hamburg, Zürich wieder zurück nach Wien führten, wo sie Mitglied des Theaters in der Josefstadt wurde. Wie "nebenbei" entstanden zahlreiche Soloprogramme mit Texten, Liedern, Chansons, Couplets und Parodien, wie zum Beispiel "Phantasie in Ö-Dur".
EIN LUSTIGES LEBEN IM STALL Doch nicht nur fürs Theater, auch für Tiere hat Elfriede Ott ein großes Herz: "Ich habe immer Hunde gehabt. Ich kann es nicht verstehen, wenn Menschen ohne Tiere leben wollen. Sie wissen nicht was ihnen entgeht", erzählt die Schauspielerin. In ihrem "Stall", wie sie ihre Wiener Wohnung liebevoll bezeichnet, wohnen derzeit drei Hunde und eine Katze. Da gibt es Cindy, die ihr Frauchen auch auf Reisen begleiten darf, sowie Annie, ein semmelblonder Terriermischling, Lucky, einen kleinen Pekinesen und Hauskatze Minki. Letztere drei adoptierte sie von animal life: "Meine Sektretärin und Freundin Frau Fritzi Gubig hatte eigentlich einen Hund für Bekannte gesucht, und ist dabei auf Animal Life gestoßen. Aber irgendwie sind wir die Annie dann nicht losgeworden. Wir hatten sie zu lieb gewonnen", erinnert sich die Schauspielerin an ihren ersten animal life Hund. Es folgten zwei weitere Adoptionen, denn das Leid ausgesetzter Tiere geht der Künstlerin nahe: "Man kann ja kaum hinschauen, wie es den armen Tieren geht. Leider kann ich nicht alle nehmen."
Jenen Tieren, die bei ihr ein Zuhause gefunden haben, geht es jedenfalls wunderbar: "Für mich ist ein Hund nicht ein Hund, sondern ein Familienmitglied", erklärt die Schauspielerin: "Man muss sie annehmen, sich ihnen in gewisser Weise unterordnen. Ich glaube auch nicht, dass man sie erziehen muss, sie fügen sich."
Im Sommer geht es für die stets Beschäftigte nach Maria Enzersdorf, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans Weigel die Maria Enzersdorfer Festspiele "Nestroy auf Liechtenstein" gründete. Seit 1983 ist sie dort als Intendantin und Regisseurin, tätig. Doch auch wenn die Bühne und das Reisen ihr Leben ist, so freut sie sich jedes Mal aufs nach Hause kommen: "Denn hier, mit meinen Tieren, das ist halt das Paradies."